Über das Projekt

Musica non grata

Ein Wort des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in der Tschechischen Republik, S.E. Andreas Künne, zum Projekt Musica non grata.
Ein Wort des künstlerischen Leiters der Nationaltheateroper und der Staatsoper Per Boy Hansen zum Projekt Musica non grata.

Musica non grata lässt das künstlerische Vermächtnis von bedeutenden Komponistinnen und Komponisten wieder aufleben, die für das Musikleben der tschechoslowakischen Zwischenkriegszeit wichtig waren und vom Nationalsozialismus oder aus religiösen, rassischen, politischen oder geschlechtlichen Gründen verfolgt wurden.

Im Zentrum des vierjährigen Programms, organisiert vom Nationaltheater Prag und finanziell unterstützt von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, stehen insbesondere Werke, die für das Prager Musikleben zwischen 1918 und 1938 von Bedeutung waren. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, denen sich das Projekt annimmt, waren dabei auch mit der Geschichte des Neuen deutschen Theaters (der heutigen Staatsoper) und des Nationaltheaters Prag eng verbunden. Hierzu zählen die so genannten „Theresienstädter Komponisten“ – Pavel Haas, Hans Krása, Gideon Klein und Viktor Ullmann –, vor allem aber Alexander Zemlinsky; auch Franz Schreker, Erwin Schulhoff, Paul Hindemith, Ernst Krenek, Jaromír Weinberger, Paul AbrahamKurt Weill und Arnold Schönberg. Musica non grata präsentiert zudem Werke herausragender Komponistinnen rund um die Frauenbewegung in der 1. Tschechoslowakischen Republik: Julie Reisserová, Vítězslava Kaprálová, Ilse Weber, Sláva Vorlová oder Elizabeth Maconchy. Ihre Musik ist heute weitgehend unbekannt.

Das Projekt will künstlerische Umsetzung mit wissenschaftlicher Forschung verbinden. Rund 20 Konzerte wurden vor diesem Hintergrund 2020/21 veranstaltet. Auf der Website des Projekts können einige von ihnen online abgerufen werden. Nach der erfolgreichen Inszenierung von Kurt Weills „Sieben Todsünden“ und Arnold Schönbergs „Erwartung“ an der Staatsoper im Herbst 2021 hat Musica non grata 2022 an der Staatsoper und am Nationaltheater vier Opern- und Operettenpremieren in der Regie von Timofei Kulyabin, Calixto Bieito, Martin Čičvák und Vladimír Morávek gebracht. Im ersten Halbjahr 2023 wurden im Rahmen von Musica non grata mehrere einzigartige Projekte realisiert: Zemlinskys komische Oper Kleider machen Leute, Viktor Ullmanns zwei Operneinakter Der zerbrochene Krug und Der Kaiser von Atlantis, sowie Schönbergs monumentale Gurre-Lieder, die in der Tschechischen Republik nach 17 Jahren wieder aufgeführt wurden.

Die Saison 2023–2024 wird sich mehr auf das Schaffen für Kinder konzentrieren. Es stehen bevor  die Premiere der Weihnachtsoper Paul Hindemiths Tuttifäntchen und ein Schulprojekt Goldhärchen mit der Musik der Theresienstädter Komponistin Lena Stein-Schneider. Im Oktober findet in Zusammenarbeit mit der Masaryk Universität Brünn das 57. Internationale musikwissenschaftliche Colloquium Brünn statt, das neuen Opern in der Tschechoslowakei in der Zwischenkriegszeit gewidmet ist und an dem mehrere internationale Musikwissenschafter, ausführende Künstler, Theaterintendanten, Verleger und Medien teilnehmen werden. Das vierjährige Projekt Musica non grata wird im April 2024 mit einer konzertanten Aufführung der Opern Sancta Susanna und Eine Florentinische Tragödie und mit der Derniere der Oper Kleider machen Leute abgeschlossen.

Alles, was die “entartete Kunst” und das Projekt Musica non grata betrifft, können Sie nicht nur auf diesen Seiten, sondern auch in der Facebook-Gruppe Musica non grata finden.

Programm 2023–2024

Team

Per Boye Hansen
Künstlerischer Direktor der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper
Andriy Yurkevych
Musikdirektor der Staatsoper
Robert Jindra
Musikdirektor der Oper des Nationaltheaters
Ondřej Hučín
Chefdramaturg der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper
Kai Hinrich Müller
Dramaturg und Forschungsmanager
Markus Klimmer
Künstlerischer Berater
Iva Štveráková
Finanzmanager des MNG-Projekts
Iva Nevoralová
PR & Marketing

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