Über das Projekt

 

Musica non grata lenkt schon mit seinem Titel den Fokus auf „unerwünschte Musik“ – auf all jene Musikerinnen und Musiker, die durch die Nationalsozialisten zum Schweigen gebracht wurden. Viele von ihnen wurden durch das NS-Regime ausgegrenzt, verfolgt oder ermordet. Die Musik dieser Komponistinnen und Komponisten soll jetzt an den Prager Opernhäusern in zahlreichen Programmen wieder erklingen.

Im Zentrum des Projekts steht die Musik von tschechischen und deutschen, vor allem aber jüdischen Komponistinnen und Komponisten, die von den 1910er- bis 1930er-Jahren in Prag wirkten und durch das NS-Regime verfolgt wurden. Dabei geht es nicht nur um „Theresienstädter Komponisten“ wie Pavel Haas, Hans Krása, Gideon Klein und Viktor Ullmann, sondern auch um weitere Musiker, die durch das totalitäre NS-Regime drangsaliert wurden. Das sind unter anderem Franz Schreker, Erwin Schulhoff, Rudolf Karel, Emil František Burian und Karel Berman, die wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer politischen Ansichten oder als aktive Mitglieder der Widerstandsbewegung verfolgt wurden. Das sind aber auch Künstler, die das totalitäre Regime zur Emigration zwang und die in der freien Welt Zuflucht fanden, darunter Ernst Křenek, Erich Wolfgang Korngold, Alexander Zemlinsky, Jaromír Weinberger, Paul Hindemith und Bohuslav Martinů. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auch auf der reichen jüdischen Musikkultur Prags und auf der Musik und den Lebenswegen von Komponistinnen, die außergewöhnliche Werke schrieben, etwa Ludmila Peškařová, Vítězslava Kaprálová, Emma Destinová, Ilse Webber, Geraldine Mucha und Julie Reisserova.

Auch den Klassikern der Musik des 20. Jahrhunderts wie Igor Strawinsky, Alban Berg oder Arnold Schönberg wird die Aufmerksamkeit von Musica non grata gelten. Die Absurdität einer von Hass geprägten Ideologie will Musica non grata am Beispiel zweier großer, vom NS-Regime „disqualifizierter“ Komponisten aufzeigen – Felix Mendelssohn Bartholdy und Gustav Mahler.

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Dramaturgischer Beirat

Per Boye Hansen
Künstlerischer Direktor der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper
Karl-Heinz Steffens
Musikdirektor der Staatsoper
Jaroslav Kyzlink
Musikdirektor der Oper des Nationaltheaters
Ondřej Hučín
Chefdramaturg der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper

Partner

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Prag
Gefördert durch

Kooperationen

Goethe Institut
Das Goethe-Institut Tschechien
Institut terezínských skladatelů
Institut zaměřený na historii, kulturu a výzkum
Reflex