Arnold Schönberg

13/10/1874 Wien, 13/07/1951 Los Angeles  

„Denn wenn es Kunst ist, ist sie nicht für alle, und wenn sie für alle ist, ist sie keine Kunst.“
Arnold Schönberg

Gemeinsam mit seinen Schülern Alban Berg (1885–1935) und Anton Webern (1883–1945) ist Arnold Schönberg Repräsentant der so genannten „Zweiten Wiener Schule“, die von spätromantischen Einflüssen über eine atonale und expressionistische Periode zu einer neuen Kompositionstechnik – der Zwölftonmusik (Dodekaphonie) – gelangte.

Biografie

Arnold Schönberg wurde in Wien in die Familie eines Kaufmanns und Schuhmachers geboren. Die Mutter Pauline stammte aus Prag, der Vater Samuel aus Szécsény an der heutigen ungarisch-slowakischen Grenze. Mit acht Jahren begann er mit dem Violinspiel und den ersten Kompositionsstudien. In seinen frühen Werken verwendete er Instrumente, mit denen er vertraut war oder die er mit den Jahren kennengelernt hatte: So ging er von Violine und Viola über Violoncello bis zum Streichquartett. Als Komponist war er bis zum Erwachsenenalter ein Autodidakt. Nach dem Tod seines Vaters am letzten Tag des Jahres 1890 arbeitete er fünf Jahre in der Privatbank Werner & Co., um seine Familie finanziell zu unterstützen. Er studierte Partituren der Meister des 18. und 19. Jahrhunderts und wurde vor allem von Johannes Brahms (1833–1897) und Richard Wagner (1813–1883) beeinflusst. Von seinen kompositorischen Anfängen spricht seine Bemerkung aus dem Jahre 1949: „Meyers Konversationslexikon (eine Enzyklopädie, die wir auf Raten kauften) hatte den langersehnten Buchstaben ‚S‘ erreicht und ermöglichte es mir, unter ‚Sonate‘ zu erfahren, wie ein erster Satz eines Streichquartetts gebaut sein sollte.“ Mitte der 1890er Jahre lernte er drei für sein Leben wichtige Persönlichkeiten kennen: den Journalisten und Musikkritiker David Josef Bach (1874–1947), den Violinisten, Arzt und anerkannten Astrologen Oskar Adler (1875–1955), dank dem er Violoncello gelernt, das Spiel in einem Streichquartett probiert und für diese Besetzung zu komponieren begonnen hatte (das Streichquartett D-Dur aus dem Jahre 1897 war das erste öffentlich aufgeführte Werk Schönbergs überhaupt) sowie der Dirigent und Komponist Alexander Zemlinsky (1871–1942), der einzige professionelle Kompositionslehrer Schönbergs und später – als Zemlinsky seine Schwester, Mathilde, im Jahre 1901 heiratete – sein Schwager. Im selben Jahr begann Schönberg aufgrund der Fürsprache von Richard Strauss am Stern’schen Konservatorium in Berlin als Lehrer, kurze Zeit als musikalischer Leiter des von Ernst von Wolzogen gegründeten ersten literarischen Kabaretts in Deutschland, Überbrettl, für das er mehrere Kabarettlieder komponierte. Im Jahre 1903 kehrte er nach Wien zurück; ein Jahr danach wurden Alban Berg und Anton Webern seine Schüler.

Der Beginn der Karriere
Sein erstes und bis heute eines der meistgespielten Werke – das Streichsextett Verklärte Nacht op. 4 aus dem Jahre 1899 – wurde durch das gleichnamige Gedicht von Richard Dehmel (1863–1920) aus der Sammlung Weib und Welt (1896) inspiriert. Der erotische, symbolistische und dekadente Charakter der Verse Dehmels hatte auf Schönberg auch später einen wichtigen Einfluss. „Ihre Gedichte haben auf meine musikalische Entwicklung entscheidenden Einfluss ausgeübt. Durch sie war ich zum erstenmal genötigt, einen neuen Ton in der Lyrik zu suchen“, schrieb er im Jahre 1912 an den Dichter. Den Höhepunkt seiner ersten, spätromantischen Periode bilden die symphonische Dichtung Pelléas und Mélisande op. 5 (1902–1903) und das Streichquartett Nr. 1d-Moll op. 7 (1904). Diese Etappe wurde im Jahre 1906 mit der Kammersymphonie für 15 Soloinstrumente op. 9 abgeschlossen, einem Werk, das er selbst offensichtlich sehr schätzte, weil er es im folgenden halben Jahrhundert noch zweimal revidiert und für Orchester und Klavier vierhändig bearbeitet hatte; es ist auch das Fragment einer Klavierquintett-Fassung erhalten geblieben. „Ein wirklicher Wendepunkt in meiner Entwicklung […][,] das letzte Werk meiner ersten Periode, das aus nur einem durchgehenden Satz besteht“, erinnerte sich Schönberg viele Jahre später. Mit diesem Zeitpunkt kann man den Beginn der expressionistischen Periode in seinem Schaffen ansetzen.

Leopold Stokowski dirigiert Schönbergs Verklärte Nacht op. 4 (eine Aufnahme aus dem Jahr 1956, Symphonica Orchestra)

Der Weg zur Freiheit des Ausdrucks
Der Expressionismus war als Betonung des authentischen Ausdrucks eines Künstlers, der sich nicht durch äußere Regeln und Konventionen gefesselt fühlte, und aus dem Interesse an bisher vernachlässigten oder sogar tabuisierten Themen entstanden. Als künstlerische Richtung setzte er sich am Beginn des 20. Jahrhunderts auf vielen Gebieten durch – in der Musik, in der bildenden Kunst, in der Literatur und im Theater. Das erste Werk, mit dem Schönberg nach eigenen Worten dieser ästhetischen Richtung nahestand, war sein zwischen 1907–1909 komponierter Zyklus 15 Gedichte aus „Das Buch der hängenden Garten“ op. 15 nach Stephan George. „[Seit ich] diese Bahn endgiltig betreten habe, bin ich mir bewusst, alle Schranken einer vergangenen Ästhetik durchbrochen zu haben,“ notierte er im Jahre 1910. Ein Jahr zuvor hatte er sein atonales „psychoanalytisches“ Monodrama Erwartung op. 17 nach einem Text von Marie Pappenheim (1882–1966) komponiert, in dem er in 30 Minuten eine einzige Sekunde der maximalen psychischen Belastung eines Menschen auszudrücken versuchte. Das wahrscheinlich bekannteste Werk dieser Periode ist sein 1912 komponiertes Melodram Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds „Pierrot lunaire“ op. 21 (auch bekannt unter Pierrot lunaire) nach Versen des belgischen symbolistischen Dichters Albert Giraud (1860–1929). Statt Gesang wendete Schönberg hier den so genannten Sprechgesang an: Der Rezitator soll den vorgegebenen Rhythmus wiedergeben, die Melodie ist nur relativ, durch Emotionen unmittelbar gesteuert. „Und ich gehe unbedingt, das spüre ich, einem neuen Ausdruck entgegen. Die Klänge werden hier ein geradezu tierisch unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen“, schrieb er im Jahre der Entstehung des Werkes. Zur selben Zeit hatte er sich auch als expressionistischer Maler vorgestellt und auf den Impuls seines Freundes, des Malers Wassily Kandinsky (1866–1944), einige Bilder in der im Jahre 1911 in München veranstalteten ersten Ausstellung der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ präsentiert. Seine Musik bewegte sich damals bereits außerhalb der traditionellen harmonischen Strukturen, 1910 hatte er zudem die erste Dekade seiner pädagogischen Tätigkeit mit seiner Harmonielehre abgeschlossen, die bis heute als eines der wichtigsten Handbücher ihrer Art gilt.

Pierrot lunaire op. 21 in der Interpretation durch das Ensemble Intercontemporain unter der Leitung von Pierre Boulez (2004, Theater an der Wien).

Privatleben
Um die Jahrhundertwende hatte Schönberg nicht nur eine stürmische künstlerische Entwicklung durchlebt, sondern auch zahlreiche Wendungen in seinem Privatleben. Im Jahre 1898 konvertierte er zum Protestantismus, möglicherweise mehr aufgrund seiner Zugehörigkeit zur deutschen Kultur und eines Gefühls der persönlichen Sicherheit heraus als aus religiöser Überzeugung. 1933, als er aufgrund seiner jüdischen Herkunft vom Nationalsozialismus zur Emigration gezwungen worden war, kehrte er in Paris zum jüdischen Glauben zurück. Sein Zeuge war der Maler Marc Chagall (1887–1985). Damals notierte Schönberg: „Ich nenne mich heute mit Stolz einen Juden; aber ich kenne die Schwierigkeiten, es wirklich zu sein.“ Doch kehren wir zum Ende der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts zurück. Im Jahre 1908 hatte Schönberg die Liebesbeziehung seiner Frau Mathilda mit dem 25-jährigen Maler Richard Gerstl (1883–1908) entdeckt, die mit dem Selbstmord des jungen Künstlers geendet hatte. Eben diese Tragödie fand in Schönbergs Erwartung ihren Ausdruck.

Gurre-Lieder
Im Jahre 1912 ging Schönberg erneut nach Berlin und an das Stern’sche Konservatorium. In dieser Zeit vollendete er seine monumentalen Gurre-Lieder, ein 1900 ursprünglich als Liederzyklus konzipiertes Werk, das schließlich zu einem Oratorium für sechs Solisten, einen riesigen Chor und ein außerordentlich großes Orchester angewachsen ist. Die Vertonung des Stoffes, eine dänische Legende über König Waldemar und seine Geliebte Tove, verrät den Einfluss von Richard Wagner, dessen Musikdramen Schönberg in seiner Jugend kennengelernt hatte. Die Gurre-Lieder wurden im Jahr 1911 vollendet, die Uraufführung fand im Jahre 1913 statt, zu jener Zeit, als er selbst den spätromantischen Stil als überholt verstand. Das Werk kam beim Publikum jedoch weit besser an als seine expressionistischen und atonalen Experimente, wonach Schönberg mit Verbitterung reagierte, indem er ihm, auf dem Podium stehend, während des Schlussbeifalls den Rücken zuwandte und sich nur vor den Interpreten verneigte. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die Öffentlichkeit eines seiner Werke mit Verspätung, also im Kontext seines Schaffens bereits als Anachronismus, kennenlernte. Das in der freien Atonalität im Jahre 1909 komponierte Monodrama Erwartung musste auf seine Uraufführung bis zum Jahre 1924 warten; zu diesem Zeitpunkt hatte sich Schönberg bereits seinem dodekaphonischen System gewidmet. Die Gurre-Lieder waren sein künstlerischer Triumph. In den Worten Anton Weberns: „Unerhört kunstvoll und von nie gehörten Klangwirkungen.“

Eine außerordentlich schöne Aufnahme der Gurre-Lieder mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado, mit Jessye Norman, Brigitte Fassbaender und weiteren Solisten (1988).

Der Übergang zur Dodekaphonie
Im Ersten Weltkrieg wurde Schönberg 1915 zum Militärdienst in Wien einberufen und als Reserveoffizier ausgebildet. Zunächst zurückgestellt, wurde er 1917 erneut einberufen und tat Dienst in einer Militärmusikkapelle. Im Jahre 1918 gründete er den Verein für musikalische Privataufführungen, mit dem Ziel, regelmäßig moderne Werke von Komponisten wie Skrjabin, Debussy, Webern, Berg, Bartók oder Strawinsky zu präsentieren. Die Konzerte waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und lediglich den Vereinsmitgliedern zugänglich, jegliche Kundgebungen der Zustimmung oder Ablehnung waren verboten. Um den Besuch nicht zu beeinflussen, wurden die Programme nicht im Vorhinein bekanntgegeben. Auch das Privatleben des Komponisten änderte sich in der Zeit: Nach dem Tod seiner Frau Mathilde im Jahre 1923 heiratete er ein Jahr danach Gertrud Kolisch, die Schwester eines seiner Schüler. Im selben Jahr erfolgte auch eine wichtige Wendung in seiner pädagogischen Karriere: Er wurde nach dem Tod von Ferruccio Busoni (1866–1924) Leiter einer Meisterklasse an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Für den Komponisten Schönberg waren in dieser Zeit seine Abkehr von der freien Tonalität und der allmähliche Übergang zur Dodekaphonie bezeichnend – einer kompositorischen Technik, die mit den zwölf Tönen der chromatischen Leiter aufgrund eines rationalen Systems arbeitet. Im Juli 1921 schrieb er an seinen Schüler Josef Rufer: „Heute habe ich etwas entdeckt, das die Überlegenheit der deutschen Musik für die nächsten hundert Jahre versichern wird“. Nach der Periode des ungezügelten Expressionismus kehrten System und strenge Ordnung in seine Musik zurück – wie bei Igor Strawinsky zur selben Zeit, aber in anderer Form. Im Unterschied zu diesem suchte Schönberg seine Inspiration nicht in der Musik des Barocks und der Klassik, sondern blieb weiter einer von der traditionellen Tonalität unabhängigen Welt verbunden. In diesem Zusammenhang soll an einen oft zitierten Satz erinnert werden, in dem er sich von Josef Matthias Hauer (1883–1959) distanzierte, der sich ebenfalls mit der Theorie der Zwölftonmusik befasst hatte: „Ich kann es nicht oft genug sagen: meine Werke sind Zwölfton-Kompositionen, nicht Zwölfton-Kompositionen: hier verwechselt man mich wieder mit Hauer, dem die Komposition erst in zweiter Linie wichtig ist.“ Obwohl er die dodekaphonische Methode nie konsequent gelehrt hatte, kann Schönbergs Einfluss auf die Entwicklung vieler Komponisten des 20. Jahrhunderts – Milton Babbitt (1916–2011), Luigi Nono (1924–1990, Schönbergs Schwiegersohn), Karlheinz Stockhausen (1928–2007) oder Pierre Boulez (1925–2016) – kaum hoch genug eingeschätzt werden.

In den 1920er und frühen 1930er Jahren komponierte Schönberg vor allem kammermusikalische Werke für verschiedene Besetzungen: die Variationen für Orchester op. 31 (1926–1928), der Operneinakter Von heute auf morgen op. 32 (1929), der im Genre der „Zeitoper“ das Thema der Mode und ihres Einflusses auf die gegenseitigen Beziehungen von Ehepartnern behandelt, und das auf einer einzigen Zwölftonreihe und ihren Variationen basierende biblische Drama Moses und Aron (1930–1932).

Die Oper Moses und Aron, verfilmt von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet (1975).

Emigration
Im Jahre 1933 wurde Schönberg in der Folge der nationalsozialistischen Rassengesetze aus dem Lehramt der Preußischen Akademie der Künste entlassen. In der Nacht vom 16. zum 17. Mai floh er aus Deutschland nach Frankreich und einige Monate danach von Le Havre aus nach New York.  Europa sah er nicht mehr wieder. In den Vereinigten Staaten lehrte er zuerst am Malkin Conservatory in Boston, im Jahre 1934 übersiedelte er wegen seiner Gesundheitsprobleme nach Kalifornien, wo unter anderen John Cage (1912–1992) zu seinen Privatschülern gehörte. In den folgenden zwei Jahren hielt er Vorlesungen an der University of Southern California; 1936 ließ er sich in Los Angeles nieder, wo er bis 1944 an der renommierten University of California (UCLA) Komposition lehrte.

Für das amerikanische Schaffen Schönbergs ist eine gewisse Rückkehr zu traditionellen Formen und teilweise zur Tonalität charakteristisch, wie man in seiner Suite im alten Stile (1934), der Kammersymphonie Nr. 2 op. 38 (1939) oder den Variationen über ein Rezitativ für Orgel op. 40 (1941) feststellen kann. Zu seinen wichtigsten amerikanischen dodekaphonen Werke gehören zwei Konzerte – das Violinkonzert op. 36 (1934–1936) und das Klavierkonzert op. 42 (1942), von dem der Dirigent Leopold Stokowski (1882–1977) sagte, es sei „einer der Marksteine der Musikgeschichte“. Mit zwei seiner in den USA geschriebenen Werken – Ode an Napoleon nach Lord Byron op. 41 (1943) und A Survivor from Warsaw op. 46 (1947) – hatte Schönberg zugleich auf den Krieg und den nationalsozialistischen Terror reagiert. Das breite Spektrum seiner amerikanischen Werke wird durch die Vertonungen von Psalmen oder Texten der jüdischen Liturgie für Chor ergänzt. In den USA entstanden auch seine wesentlichen theoretischen Schriften über Harmonie-, Kontrapunkt- und Kompositionslehre.  

Mit der Kantate A Survivor from Warsaw hat Schönberg auf den Krieg und den nationalsozialistischen Terror reagiert. Eine grandiose Aufnahme mit dem City of Birmingham Orchestra, Sir Simon Rattle und Franz Mazura.

Vermächtnis
Arnold Schönberg ist zweifellos eine der bemerkenswertesten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, nicht nur dank seines kompositorischen Schaffens, sondern auch als Pädagoge. Sein oben zitierter Satz aus dem Juli 1921 über die deutsche Musik hat sich restlos erfüllt. Die Dodekaphonie und später die serielle Musik als System der Organisation aller musikalischen Komponenten wurden zu einem Ausgangspunkt für mehrere Komponistengenerationen des 20. und auch des 21. Jahrhunderts. Schönbergs einnehmender Charakter hatte ihm den Weg zu Freundschaften mit anderen Künstlern seiner Zeit gebahnt: Neben den bereits genannten etwa mit George Gershwin (1998–1937), mit dem ihn auch eine Liebe zum Tennis und zur bildenden Kunst verband (Gershwin hatte sogar ein Porträt Schönbergs gemalt), oder zwischen 1903–1911 mit Gustav Mahler. „Schönberg gehört zu jenen unbedingt Opposition, aber auch ebenso sicher Anregung und Bewegung erweckenden Feuerköpfen, die seit jeher befruchtend und fördernd auf die Geister gewirkt haben“, schrieb Mahler im Jahre 1910. Von der Autorität Schönbergs und seinem Einfluss bezeugen auch die Worte seines Schülers Anton Webern: „Durch dein Werk ist sonnenklar geworden, was das Menschenschicksal ist“.

Zum Schluss ein wenig Aberglaube
Zu den besonderen Zügen der Persönlichkeit Schönbergs soll auch sein Aberglauben gehört haben, konkret die Triskaidekaphobie – die Angst vor der Zahl 13, die ihn schon vom Datum seiner Geburt begleitet hatte: Er wurde am 13. September 1874 geboren. Er hatte sich nicht nur vor dieser Zahl, sondern auch vor ihren Vielfachen gefürchtet und war überzeugt, in einem durch 13 teilbaren Alter zu sterben. Numerologische Spielereien und Symptome der Triskaidekaphobie sind auch in seinem musikalischen Werk zu finden – das Spiel mit den Zahlen 3, 7 und 13 im Pierrot lunaire (das Werk trägt die Opusnummer 21, also 3 x 7, es beinhaltet 21 Gedichte und der Anfang der Komposition ist mit 12.3.1912 datiert, jedes Gedicht hat 13 Verse und der 1. Vers wird immer an der Stelle des 7. und des 13. wiederholt). Oder das absichtlich ausgelassene zweite „a“ im Namen Aaron im Titel der Oper Moses und Aron, damit die Gesamtzahl der Buchstaben nicht die gefürchtete 13, sondern die 12 ergibt. Im Jahre 1950, als er seinen 76. Geburtstag feierte, erschreckte ihn schließlich die Nachricht eines Astrologen über die Gefahr, die die Summe beider Zahlen seines Alters ergebe: 7 + 6 = 13. Mitte des folgenden Jahres, noch immer mit 76 Jahren, erlag er einem Herzversagen: Es war Freitag, der 13. Juli 1951.

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