Gideon Klein

06/12/1919 Prerau, 27/01/1945 Fürstengrube  

Gideon Klein war tschechischer Pianist und Komponist. Er stammte aus der Familie eines Kaufmanns, sein musikalisches Talent brachte ihn nach Prag. Seine erste Klavierlehrerin war Růžena Kurzová, die Gattin von Vilém Kurz, bei dem Klein später am Prager Konservatorium studiert hat. Sein Studium nahm jedoch mit den im September 1939 eingeführten Restriktionen von seiten der Natonalsozialisten ein  Ende. Klein konnte nicht einmal nach London fahren, wohin ihn die Royal Musica Academy eingeladen hatte. Als Jude dürfte er nicht öffentlich auftreten, er spielte lediglich unter dem Namen Karel Vránek Klavier in kleinen Theatern. Zu dieser Zeit studierte er privat bei Alois Hába Komposition. Am Ende des Jahres 1941 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er an der musikalischen Produktionen im Rahmen der sogenannten „Freizeitgestaltung” tätig war. Im Herbst 1944 begannen die Transporte nach Auschwitz; Krása wurde dem nahe gelegenen Arbeitslager Fürstengrube zugewiesen. Er starb wahrscheinlich im Januar 1945, als die Naionalsozialisten das Lager vor der sich nähernden Roten Armee liquidiert haben. In Theresienstadt hat Krása ein Madrigal für fünfstimmiges Kammerchor nach Gedichten von François Villon (in der Übersetzung von Otokar Fischer) komponiert, vier Lieder für Alt und Klavier Die Pest, Die erste Sünde für Männerchor nach der Volkspoesie, Volksliedbearbeitungen für gemischten Chor, Phantasie und Fuge für Streichquartett, eine Klaviersonate, einen dreistimmigen Chor Bachuri, le’ an tissa, ein Wiegendlied nach dem hebräischen Text Sch’chav b’ni für Gesang und Klavier und das Streichtrio. Die ältere Schwester Kleins, Eliška Kleinová, der es gelungen ist, aus dem nationalsozialistischen Lager zu fliehen, hat im Jahre 1994 in Prag die Gideon Klein-Stiftung gegründet.