Hans Krása

30/11/1899 Praha, 18/10/1944 Osvětim  

Hans Krása wurde in der Familie eines Prager jüdischen Advokaten geboren. Ab seinem siebenten Jahr lernte er Klavier bei Therese Wallerstein und versuchte zu komponieren; angeblich genoss er den Unterricht bei Alexander Zemlinsky. Als Komponist hat er im Rahmen der philharmonischen Konzerte des Neuen deutschen Theaters mit seinen Orchestergrotesken nach den Texten von Christian Morgenstern debütiert. Am Beginn der 20er Jahre hat er bei Albert Roussel in Paris studiert. Zu seinen meistgespielten Werken gehören die Symphonie für kleines Orchester, Streichquartette, Lieder, und vor allem die Oper Verlobung im Traum nach dem Roman von Fjodor Dostojewski Onkelchens Traum. Sein bekanntestes Werk ist die Kinderoper Brundibár nach dem Libretto von Adolf Hoffmeister. Die Oper wurde durch die Zöglinge eines jüdischen Waisenhauses in Prag 1941/42 einstudiert und aufgeführt. Nach der Deportation des Komponisten nach Theresienstadt ist die so genannte „Theresienstädter Fassung“ der Oper entstanden, die durch die dort gefangen gehaltenen Kinder 55 Mal (!) gespielt wurde. Im Oktober 1944 wurde Hans Krása in der Gaskammer in Auschwitz ermordet. In Theresienstadt entstanden seine Drei Lieder für Bariton, Klarinette, Viola und Violoncello nach Arthur Rimbaud in der tschechischen Übertragung von Vítězslav Nezval, Ouvertüre für kleines Orchester, Tanz für Streichtrio und Passacaglia und Fuge für Streichtrio.