Viktor Ullmann

01/01/1898 Cieszyn (Těšín), 18/10/1944 Osvětim  

Viktor Ullmann stammte aus einer jüdischen Familie, der Vater war wegen der Militärkarriere  zum Katholizismus konvertiert. Nach einem etwa ein Jahr dauernden Studium bei Arnold Schönberg in Wien hat Ullmanns künstlerisches Leben in Prag begonnen, wohin er im Jahr 1919 mit seiner ersten Frau übersiedelt war. Im Jahr 1920 wurde er als Chormeister und Korrepetitor an das Neue deutsche Theater (heutige Staatsoper Prag) engagiert, an dem damals Alexander Zemlinsky als künstlerischer Direktor und Dirigent tätig war. Zwei Jahre danach wurde Ullman 2. Kapellmeister; er war auch Mitglied mehrerer Prager Musikvereine. In der Saison 1927/28 war er Opernchef der Oper in Aussig an der Elbe. In den 30er Jahren hat er sich mit der anthroposophischen Lehre beschäftigt. Er wirkte dann, als Musiker ohne ständiges Engagement, als Komponist, Publizist, Privatmusiklehrer und hat sich musikalisch weiter gebildet. Ab September 1942 war er, als Gefangener im Theresienstädter Ghetto, wie manche anderen am dortigen Musikleben beteiligt. Hier hat er unter anderem die einaktige Oper Der Kaiser von Atlantis komponiert. Mit dem Transport am 16. September 1944 wurde er nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 18. September in der Gaskammer getötet.