Vítězslava Kaprálová

24/01/1915 Brno, 16/06/1940 Montpellier, Francie  

Vítězslava Kaprálová stammte aus einer musikalischen Familie; ihre Mutter, eine Schülerin der Solistin an der Oper in Brünn und später am Nationaltheater Prag, Kristýna Morfová, war Gesangslehrerin, der Vater, der Komponist Václav Kaprál, war Schüler von Leoš Janáček. Beide Eltern haben in Brünn eine Musikschule geleitet. Vítězslava Kaprálová hat Komposition und Dirigieren am Konservatorium in Brünn studiert, beide Fächer hat sie in den Meisterklassen am Prager Konservatorium bei Vítězslav Novák bzw. Václav Talich absolviert. Ihre Absolventenarbeit war die Militärsinfonietta op. 11, die sie im Herbst 1937 mit der Tschechischen Philharmonie uraufgeführt hat. Im darauffolgenden Jahr hat sie mit diesem Werk das 16. Festival der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in London eröffnet. Ab Herbst  1937 studierte sie an der École Normale de Musique in Paris bei Charles Munch. Sie hat auch eine freundschafliche Arbeitsbeziehung mit Bohuslav Martinů unterhalten. Die vielversprechende Karriere der produktiven Komponistin und begabten Dirigentin haben  Krankheit und der vorzeitige Tod beendet. Ende Mai 1940 hat sie ihr Ehemann Jiří Mucha, der Sohn des Malers Alfons Mucha, vor der sich nähernden deutschen Wehrmacht aus Paris nach Montpellier evakuiert, wo sie kurz danach starb.  Die Ursache ihres Todes ist bis heute nicht zufriedenstellend erklärt.